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Aktuelle Veranstaltungen DIE MAUER IM KOPF?
11. März 2010, 17-19h Veranstalter: Stiftung Nord-Süd-Brücken Vor über 20 Jahren fiel nicht nur die Mauer in Berlin. Ein paar Monate später wurde in Nicaragua die sandinistische Revolution abgewählt. Linke und InternationalistInnen aus Ost und West waren geschockt und sprachlos. Schließlich hatte es mit dem kleinen mittelamerikanischen Land, seiner Befreiung von der Somoza-Diktatur, der sandinistische Revolution und dem Aufbau bzw. der Verteidigung des sandinistischen Projektes, eine beispiellose Solidarität gegeben – in Ost und West! Erika Harzer und Willi Volks haben 2009 unter dem Titel „Aufbruch nach Nicaragua. Deutsch-Deutsche Solidarität im Systemwettstreit“ ein Buch herausgegeben, in dem sehr viele unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen: aus dem breiten Spektrum westdeutscher Solidaritätsgruppen von Gewerkschaften bis Antiimperialisten und aus dem eher bipolarem Spektrum starker staatlicher Solidarität und zarter Basisgruppensolidarität in der DDR. Die Herausgeber hofften, dass in der Solidaritätsarbeit und im fernen Nicaragua die Grenze überwunden wurde, mussten jedoch bald feststellen, dass die Mauer im Kopf wohl mitreiste. Im Rahmen einer Spurensuche soll in dem Gespräch und der anschließenden Diskussion beleuchtet werden, was die systemübergreifende Faszination für Nicaragua ausmachte, wer mit wem zusammengearbeitet hat, warum man selbst so wenig miteinander zu tun hatte und welche Spuren im Land und der eigenen Geschichte hinterlassen wurden. |
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Lesung 06. Dezember 2009, 18h Veranstalter: Informationsbüro Nicaragua In außen- und sicherheitspolitischen Debatten war in den vergangenen Jahren viel von zerfallenen Staaten (failed states) und neuen Kriegen die Rede. Nichtstaatliche Akteure wie Piraten Warlords, Drogenhändler und Terroristen – das sind, glaubt man den so genannten Sicherheitsexperten, die Gegner, mit denen es »der Westen« heute zu tun hat. Raul Zelik, der seit vielen Jahren zu Lateinamerika arbeitet und zuletzt Gastprofessor für Politikwissenschaften an der Nationaluniversität in Bogotá war, stellt sein neues Buch »Die kolumbianischen Paramilitärs – Regieren ohne Staat oder terroristische Formen der Inneren Sicherheit« (Verlag Westfälisches Dampfboot) vor. NEOSANDINISMUS IM JAHR 20 NACH DER NIEDERLAGE 17. November 2009, 19.30h Veranstalter: Colloquium Dritte Welt - Umwelt und Entwicklung, Osnabrück 1989 wurde auch im sandinistischen Nicaragua die Wende eingeleitet: Wirtschaftsblockade und US-finanzierter Contra-Krieg strangulierten ein 10-jähriges emanzipatorisches Experiment, das sich anfangs breiter Unterstützung im In- und Ausland erfreute. Mit dem sozialistischen Ostblock schwanden zudem Leit- und Orientierungsbilder, aber auch wirtschaftliche Unterstützer. Mit der Wahlentscheidung gegen die Sandinisten verband die Bevölkerung die Hoffnung auf ein Kriegsende und eine positive Wirtschaftsentwicklung. Mit den nachfolgenden neoliberalen Regierungen ist zwar Frieden eingekehrt, die Versprechen auf wirtschaftliche Entwicklung durch (Re-)Integration in die internationalen Wirtschafts- und Finanzstrukturen unter der Führung der USA haben sich jedoch nicht erfüllt. Die Wahlniederlage der Sandinisten und die Epochenwende im Ostblock leiteten aber auch eine Desillusionierung und Neubestimmung internationaler Solidarität ein: Der Traum von klaren Perspektiven wie Solidarität mit einem Land, der Bezug auf das Avantgardekonzept einer Befreiungsbewegung an der Macht und auf „nationale Befreiung hat ausgedient. Emanzipatorische Entwicklungen scheinen in nationalstaatlich-autarken Formen kaum mehr denkbar. So ist Nicaragua nach 17 neoliberalen Jahren ein ganz normales Land in einer globalisierten Welt geworden. Wie Erfolg versprechend sind hierbei die Handlungsansätze der 2007 neu gewählten neosandinistischen Regierung vor dem Erfahrungshintergrund von 1989? Weitere Infos im Flyer unter: Der Präsident regiert, bestimmt Wahlergebinsse, ändert die Verfassung 17. November 2009, 19.30h Veranstalter: Nicaragua-Verein, Hamburg In diesem Jahr feiert der Nicaragua Verein Hamburg e.V. sein 25-jähriges Jubiläum. Weitere Infos im Flyer CONTINENTE REBELDE - VOM SÜDEN LERNEN IN DER KRISE 19. & 20. September 2009 Veranstalter: attac - AG Lateinamerika Die Attac–AG Lateinamerika veranstaltet im September ein Wochenendseminar mit Gästen aus Lateinamerika und Deutschland um über die Folgen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, sowie die Alternativen zu diskutieren. Weitere Infos und Anmeldung unter: PARTIZIPATIVE KOMMUNALPOITIK: EINMAL ANDERS? 17. September 2009, 19h Veranstalter_innen: Informationsbüro Nicaragua, Basis Initiative Solidarität (BaSo) und Städtepartnerschaftsverein Wuppertal-Matagalpa In diesen Tagen werden wir wieder täglich an unsere Bürgerpflicht erinnert: Wählen ist angesagt, und dies gleich mehrmals. Dass Demokratie auch mehr sein kann, haben soziale Bewegungen in anderen Ländern längst durchgesetzt. Das Weltsozialforum ist nicht umsonst in Puerto Alegre entstanden, wo die Kommunalpolitik auf Bürgerversammlungen diskutiert und mitbestimmt wird. Von der Öffentlichkeit unbemerkt gibt es solche Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene auch in Nicaragua seit den 90er Jahren. Das Gemeindegesetz und das Gesetz zur Bürgerbeteiligung sind die Basis für ein neues Partizipationsmodell in Nicaragua. Welche Beispiele für Bürgerbeteiligung gibt es, was heißt partizipativer Gemeindehaushalt und wie nutzen kommunitäre Bewegungen in Nicaragua diese Möglichkeiten? Welche Widerstände gibt es dagegen vom Staat und den Parteien? In der Veranstaltung wollen wir auch Bemühungen um Partizipation hier vorstellen und diskutieren, wie wir die Erfahrungen in unsere eigene Praxis umsetzen können. CHIAPAS IM VISIER VON POLITIK UND KAPITAL 23. Juni 2009, 19h Veranstalter: Informationsbüro Nicaragua e.V. und
Autonomes Zentrum Wuppertal Der südmexikanische Bundesstaat Chiapas ist nicht erst seit 1994 ein Ort gesellschaftlicher Widersprüche zwischen politisch-ökonomischen Eliten und der bäuerlich-indigen Bevölkerung, die für ein Ende von Ausbeutung und Unterdrückung kämpft. Die zapatistische Bewegung arbeitet seit 1994 an der Verbesserung der Situation ihrer Gemeinden und konnte vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Justiz und basisorientierte Selbstverwaltung beachtliche Erfolge erreichen. Parallel dazu versucht die außerparlamentarische Bewegung, sämtliche benachteiligten Bevölkerungsgruppen in ihre emanzipatorischen Prozesse einzubeziehen. Im Gegensatz zu den linksgerichteten Parteien in Südamerika streben die Zapatistas nicht die Übernahme der Staatsmacht an. Sie wollen über eine mexikoweite zivile Mobilisierung von unten (die sogenannte »Andere Kampagne«), eine völlige Neuordnung der gesellschaftlichen Verhältnisse erreichen, die in einem mehrjährigen Prozess erarbeitet und mittels einer neuen, partizipativen und antikapitalistischen Verfassung durchgesetzt werden soll. Aktuell sind diese Errungenschaften und Visionen der Basisbewegungen so bedroht wie vielleicht selten zuvor, da Chiapas als extrem ressourcenreicher Bundesstaat immer stärker ins Visier von Politik und Kapital gerät -- im nationalen wie im globalen Rahmen. Hauptthemen des Vortrags sind neoliberale "Entwicklungs"- und Ordnungsprojekte sowie gesellschaftlicher Widerstand. Nicaragua-Fachtagung 12.-13. Juni 2009 Veranstalter: NicaNetz - Freiwilligen-Netzwerk Nicaragua e.V. und Nach gut zwei Jahren sandinistischer Regierung unter Präsident Ortega ist bei vielen Nicaragua-Partnerschaften die Frage virulent, wie das Regierungshandeln der FSLN einzuschätzen ist. Aber auch in der politischen Auseinandersetzung mit Fragen lateinamerikanischer Entwicklung heute ist die Einordnung des autoritären Regierungsstils Ortegas umstritten. Einen Solidaritätsbonus hat Ortega bereits vor Jahren verspielt. So steht seine Regierung unter internationaler kritischer Beobachtung. Die Frage bleibt allerdings, ob sich in der Bewertung seitens der internationalen Nicaragua-Partnerschaft womöglich ein Solidaritäts-Malus eingeschlichen hat - Wie würde die Ortega-Regierung in Vergleichen mit den Ex-Präsidenten Bolanos oder Alemán abschneiden? Was sind die verschiedenen Einschätzungen aus der nicaraguanischen Bevölkerung? Auch die deutsche staatliche Entwicklungszusammenarbeit hat Probleme im Umgang mit der Ortega-Regierung, der gegenseitige Ton ist gereizt, das BMZ hat die Budgethilfe bis auf weiteres ausgesetzt. Warum aber wird Nicaragua die Budgehilfe gestrichen, anderen autoritär geführten Staaten aber nicht? Spielen in der EZ (privat oder staatlich) womöglich auch Faktoren wie Enttäuschung, Mahnung und Strafe eine Rolle? Während andere internationale Geber die gesamte finanzielle und technische Zusammenarbeit mit Nicaragua eingestellt haben, sind neue Süd-Süd-Kooperationen entstanden (Venezuela, ALBA, Iran). Wie sind diese einzuschätzen? Welche Interessen stehen dahinter? Was ist von der neuen Nachbarschaft mit der FMLN gefürten Regierung in El Salvador zu erwarten? Ziel unserer Fachtagung ist es, die derzeitigen politischen und sozialen Entwicklungen in Nicaragua aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zu analysieren. Die soziale Situation in Nicaragua und die Politik der Regierung Ortegas werden kritisch untersucht. Anmeldung und weitere Infos unter : DIE KRISE UND DER SÜDEN 4. Juni 2009, 19.30h Veranstalter: attac Köln, AK "WTO und Weltwirtschaft" Alle Welt redet über die Wirtschaftskrise und welche Folgen sie für „uns“ und die Industrieländer hat. Doch wieder einmal sind die Länder des globalen Südens die größten Verlierer: Von dieser Krise, die durch die kapitalistischen Industrieländer verursacht wurde, sind sie noch erheblich stärker und existenzieller betroffen:
Dazu zwei Länderbeispiele: Über die aktuelle Situation in Nicaragua und Kolumbien berichten Klaus Heß und Kristofer Lengert vom Informationsbüro Nicaragua Wuppertal sowie Maria Fernanda Herrera von der Kölner Kolumbiengruppe. Dabei geht es auch um Palmölanbau in Kolumbien und die Freihandelsabkommen zwischen Mittelamerika und der EU. Abschließend werden wir auch über Alternativen und Aktionen zur herrschenden „Krisenlösungspolitik“ diskutieren. Wie können wir helfen zu verhindern, dass die Krise des neoliberalen Kapitalismus auf dem Rücken der Länder des Südens „gelöst“ wird? Weitere Informationen unter: Global Europe Strategy 28. Mai 2009, 19.30h Veranstalter: attac Wupertal, Infobüro Nicaragua Die Europäische Union möchte zur Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 aufsteigen. Um das zu erreichen treibt die EU Freihandelsabkommen mit den armen Regionen der Welt voran. In Konkurrenz zu den USA und China will die EU ihre geostrategischen Interessen nun auch in Zentralamerika sichern. Seit Oktober 2007 verhandelt sie über ein Assoziierungsabkommen. Darin sollen der politische Dialog und die Entwicklungskooperation zwischen der EU und Zentralamerika geregelt und als eigentliches Interesse eine umfassende Zoll- und Handelsfreiheit vereinbart werden. Noch in diesem Jahr könnte das Abkommen unterschriftsreif sein. Soziale Bewegungen in den betroffenen Ländern befürchten jedoch verheerende Auswirkungen für die Menschen in Zentralamerika, wenn das neoliberale Wirtschaftsmodell weiter zementiert würde. Das geplante Abkommen aufzuhalten ist das Anliegen der Kampagne "Stop-Assoziierung!" Wir werden unsere Analyse zu den Effekten der Handelspolitik der EU in Zentralamerika zur Diskussion stellen. Gemeinsam sollen Strategien gegen die weitere neoliberale Zurichtung der Wirtschaftsbeziehungen diskutiert werden. Weitere Informationen unter: 24. Mai 2009, 11-17h WOHIN FÜHRT UNS DIE EU? Veranstalter: attac Wuppertal Vorträge und Diskussionen Weitere Informationen: 21.-24. Mai 2009 BUKO³² KONGRESS "UNDER CONSTRUCTION" Referent: William Rodriguez, Movimiento otro mundo possible, Nicaragua Um schleunigst zur weltweit führenden Wirtschaftsmacht aufzusteigen, treibt die Europäische Union derzeit mehrere Freihandelsabkommen mit den armen Regionen der Welt voran. In Konkurrenz zu den USA und China will die EU ihre geostrategischen Interessen nun auch in Zentralamerika sichern. Dies jedoch nicht mit plumpen Drohungen, sondern mit ausgefeilter Rhetorik. In den Verhandlungen zum sog. Assoziierungsabkommen zwischen EU und Mittelamerika ist die Rede von Menschenrechten, Entwicklung und Nachhaltigkeit. Soziale Bewegungen in den betroffenen Ländern befürchten jedoch verheerende Auswirkungen, die die damit verbundene Festschreibung des neoliberalen Wirtschaftsmodells für die Menschen in Zentralamerika bedeuten würde. Das geplante Abkommen aufzuhalten ist das Anliegen der Kampagne Im Workshop werden wir das Assoziierungsabkommen EU-Zentralamerika kurz einführen, William Rodríguez wird seine Analyse zu den Effekten des Abkommens auf Zentralamerika zur Diskussion stellen und berichten, wie Bewegungen in Zentralamerika dagegen Widerstand leisten. Gemeinsam sollen Strategien gegen die weitere neoliberale Zurichtung der Wirtschaftsbeziehungen diskutiert und für eine Protestaktion mit den BUKO-TeilnehmerInnen am Samstag (23. Mai) mobilisiert werden. darin Protestaktion: Gegen das Assoziierungsabkommen EU-Zentralamerika Weitere Informationen unter: 22. Mai 2009, 19h NICARAGUA - WAS WÜRDE SANDINO DAZU SAGEN? Veranstalter: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und Vom Sandinismus aus den 70ger und 80ger Jahren ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die sozialen Bewegungen distanzieren sich deutlich von Daniel Ortega, der die Hoffnungen auf eine Abkehr vom Neoliberalismus nach seinem Wahlsieg im November 2006 rundum enttäuscht hat. Statt sich mit der Basis zu verbünden, lehnt Ortega die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen ab und hat sich stattdessen einen ehemaligen Chef von Contra-Einheiten und die katholische Kirche als Verbündete gesucht. Dies zeigt fatale Folgen: Das totale Verbot des therapeutischen Schwangerschaftsabbruches hat die Frauenrechte um 100 Jahre zurückgeworfen, Frauengruppen werden bedroht und auch die straflose Gewalt gegen Frauen nimmt zu. In wirtschaftlicher Hinsicht versteht sich die Regierung bestens mit dem internationalen Kapital und zeigt keine Anzeichen, sich von neoliberalen Wirtschaftsstrukturen abwenden zu wollen. Der repressive Umgang mit Opposition und sozialen Bewegungen untermalt zusätzlich den autoritären Charakter des „Orteguismus“. Viele bedeutende PolitikerInnen sind aus der sandinistischen Partei, der FSLN, ausgetreten und versuchen über Oppositionspolitik gegen die autoritäre Regierung politischen Alternativen Gehör zu verschaffen. Wie viel Macht hat Ortega wirklich? Wie soll es in der Zukunft weiter gehen? Werden die kritischen und oppositionellen Kräfte an Einfluss gewinnen können, um zumindest eine transparente Politik zu erzwingen? Wie ist dieser Wandel des einstigen FSLN-Führers Daniel Ortega zum Verteidiger des Neoliberalismus zu erklären? Anmeldung unter : 8. Mai 2009, 19.30h Veranstalter: Nicaragua-Verein Düsseldorf und IESA Internationale Entwicklung und soziale Arbeit WOHIN STEUERT NICARAGUA? WAS MACHT EUROPA IN ZENTRALAMERIKA? Weitere Informationen unter: 17. Dezember 2008, 20h HANDELSABKOMMEN ZWISCHEN EU UND MITTELAMERIKA Veranstalter: AK Lateinamerika Bis zum Jahr 2010 möchte die Europäische Union zur Weltwirtschaftsmacht Nummer eins aufsteigen. Zu dieser neuen EU-Außenwirtschaftsstrategie passen
die Verhandlungen mit den Staaten Mittelamerikas über ein
Assoziierungsabkommen. Die Forderungen der EU sind eindeutig: 16. Dezember 2008, 20h GLEICHBERECHTIGTE KOOPERATION STATT FREIHANDEL UND AUSBEUTUNG - Ein Teil der neuen aggressiven Außenwirtschaftsstrategie der EU sind die Verhandlungen über ein 6. November 2008, 19.30h Kolumbien: KOHLE FÖRDERN STATT MENSCHENRECHTE? Veranstalterinnen: BASO (Basis Initiative Solidarität) und das Informationsbüro Nicaragua e.V. Aus gegebenem Anlass der Rundreise dreier Aktivist_innen aus Kolumbien: Catatumbo ist der Name einer Region im Nordosten von Kolumbien, die an Venezuela grenzt und zum Departement Norte de Santander gehört. Sie ist ausgesprochen reich an Bodenschätzen. Außer Erdöl, das seit Jahrzehnten gefördert wird, gibt es auch riesige Lagerstätten von Steinkohle. Kanadische, mexikanische und kolumbianische Minenunternehmen beabsichtigen derzeit, den Abbau von Kohle in der Catatumbo-Region massiv zu beschleunigen. Dies verstößt gegen die Rechte und Interessen der indigenen und bäuerlichen Bevölkerung, die zu diesen Bergbauvorhaben nicht wie rechtlich vorgeschrieben konsultiert wurde. Die Catatumbo-Region wird von verarmten Kleinbauern und den Barí-Indígenas bewohnt. Die ländliche Bevölkerung wurde im letzten Jahrzehnt Opfer massiver Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen. 30 000 Menschen mussten Haus und Hof aufgeben und flüchten. Die dramatischen Menschenrechtsverletzungen werden mit dem Interesse an der Erschließung der Bodenschätze in Zusammenhang gebracht. Auch die großflächige Anlage von Ölpalm-Plantagen für Agrodiesel haben den Landkonflikt in der Region Catatumbo verschärft. Zehn Prozent der in Kolumbien insgesamt geförderten Kohle – 6,9 Mio. Tonnen – wurden 2007 nach Deutschland exportiert. Damit ist Deutschland das wichtigste Einfuhrland für kolumbianische Kohle in der EU geworden. Im Vergleich zu 2006 hat sich der Import fast verdoppelt. Das gibt Anlass, sich aus direkter Quelle über die Situation der Bevölkerung in der kolumbianischen Catatumbo-Region zu informieren. 30.10. - 2.11. 08 attac-LATEINAMERIKA-KONGRESS In Lateinamerika ist in den vergangenen Jahren viel in Bewegung geraten. Ansätze partizipativer Demokratie wie die neuen Verfassungen und partizipative Haushalte, Projekte Solidarischer Ökonomie wie selbstverwaltete Betriebe, Alternative Medien wie Basisradios und der Fernsehsender TeleSur, die Rücknahme von Privatisierungen, Landreformen, Bildungs- und Gesundheitsreformen zum Wohle der Bevölkerung, neue Wege ökologischer Nachhaltigkeit, internationale, emanzipatorische Projekte wie ALBA und die Bank des Südens, die Alternativen zu Freihandel und globalen Institutionen wie IWF und Weltbank darstellen, sind auch das Ergebnis der vielfältigen Aktivitäten sozialer Bewegungen und haben diesen gleichzeitig neuen Auftrieb gegeben. Entsprechend hat sich auch die Solidaritätsarbeit in Deutschland in Richtung einer Solidarität als „Zweibahnstraße“ verändert, in der es nicht mehr nur darum geht, die Bewegungen in Lateinamerika zu unterstützen, sondern auch darum, von den neuen Wegen, die dort gegangen werden, zu lernen für unsere Auseinandersetzungen und Kämpfe hier. Mit diesen Entwicklungen und Erfahrungen werden wir uns auf dem Kongress beschäftigen. Weitere Infos unter: 21. Oktober 2007 ab 17h LESUNG_MUSIK_TANZ_FILM Die Wuppertaler Interkulturtage 2007 starten in der LESUNGEN: Lateinamerikanisches Literaturcafe mit Werken von Eduardo Galeano · 16. September 2007 19.30h **Asalto al Sueño** - Angriff auf den Traum BRD 2006, 83 Min. Regier: Uli Stelzner Tausende Menschen verlassen täglich ihre verarmten Länder Mittelamerikas, um in die USA zu gelangen. Mit dem Grenzübertritt im Norden Guatemalas nach Mexiko begeben sie sich auf eine der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt. Nur mit einer kleinen Digitalkamera reist der Regisseur in diese kleine Grenzregion im äußersten Süden Mexikos. Der bewegte und gleichsam bewegende Film ist auch die Geschichte der wiederholt zufälligen Begegnungen mit Noe, einem Migrant aus El Salvador. Seine Agonie zeigt auf tragische Weise Anfang und Ende, Hoffnung und Scheitern einer in Bewegung geratenen Menschheit. So, 15. Juli 2007 19.30 **Der Kleiderhaken** - Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustrie BRD 2006, 70 Min. Regie: Dorit Siemers, Heiko Thiele (zwischenzeit e.V.) Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist von andauernder Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer geprägt. Heute ist es weitaus billiger, die verschiedenen Produktionsschritte über den gesamten Globus zu verteilen: 90% unserer Kleidung werden mittlerweile in Niedriglohnfabriken, auch Maquiladoras genannt, hergestellt. Ein Beispiel ist Honduras: Die Stadt San Pedro Tula gilt als die Maquiladora-Metropole in Mittelamerika. Die Fabriken produzieren Kleidungsstücke für den nordamerikanischen und europäischen Markt. Niedrige Löhne, fristlose Kündigungen, Übergriffe und Gewerkschaftsverbot gehören zum Alltag dieses Wirtschaftszweiges. Die Dokumentation zeigt die Globalisierung der Bekleidungsindustrie und ihre Konsequenzen für die ArbeiterInnen und ihre Familien, die Umwelt und die regionalen Wirtschaftskreisläufe in den sog. Entwicklungsländern. anschließend: Diskussion in der Cafeteria mit den FilmemacherInnen -----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Fr. 15.Juni 2007, 20:00 Uhr * *Der Große Ausverkauf*
Veranstaltungen im März 2007 "Yo decido mi vida!" "Ich entscheide über mein Leben!" 16. März '07 um 19 Uhr Veranstaltungsort: Frauenverband Courage Holsteiner Str. 28, 42107 Wuppertal
Per Gesetzesänderung kurz vor den Wahlen wurden die nicaraguanischen Frauen in eine längst vergangen geglaubte Zeit zurückversetzt: Am 26. Oktober 2006 ist trotz zahlreicher Proteste eine Gesetzesänderung von der Nationalversammlung mit Zustimmung der FSLN-Abgeordneten verabschiedet worden, die in Nicaragua auch die Abtreibung aus medizinischen Gründen unter Strafe stellt. War es seit 1893 den ÄrztInnen erlaubt einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen, wenn das Leben der Frauen gefährdet oder sie vergewaltigt worden waren, so drohen nun den ÄrztInnen wie den Frauen vier bis acht Jahre Haft. Dieser Rückschritt in Zeiten von vor mehr als 100 Jahren, wird in Nicaragua von Frauenorganisationen mit der Inquisition verglichen.
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