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Das Informationsbüro Nicaragua unterstützt seit 1978 das Ringen um soziale und wirtschaftliche Emanzipation -ursprünglich durch materielle und politische Solidarität mit der sandinistischen Revolution in Nicaragua, später mit Öffentlichkeitsarbeit und Spendenkampagnen zur Förderung von Selbstorganisierung marginalisierter Bevölkerungsruppen in Mittelamerika. Wir unterstützen Gruppen und kleine Nichtregierungs-organisationen (NGO), die jenseits profitorientierter Zielsetzungen vor allem politische Anliegen verfolgen und die selbst Teil einer sozialen Bewegung sind. Viele unserer Partnerorganisationen sind aus der Frauenbewegung entstanden. Wir fördern Projekte, die zum Ziel haben, Selbstorganisierung zu verbessern und das unabhängige ökonomische Überleben zu sichern, die bildungspolitisch aktiv sind und für die Verteidigung politischer und sozialer Rechte kämpfen. Gleichzeitig sorgen wir mit unserer Öffentlichkeitsarbeit dafür, dass ihr Widerstand gegen die neoliberalen Zumutungen auch hier wahrgenommen wird. Durch den persönlichen Austausch über Besuche, Gespräche und Berichte lernen auch wir von den Erfahrungen um Selbstorganisation, Vernetzung, Wiederaneignung und setzen dies in unserer politischen Intervention in der Bundesrepublik um.
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Bei der radikalen Umsetzung des Neoliberalismus - mit Freihandel und Privatisierung- wird die Beschneidung fundamentaler Menschenrechte billigend in Kauf genommen. Großunternehmen bereichern sich an der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen, beispielsweise im Wassersektoroder Energiesektor. Die Bevölkerung wehrt sich und fordert freien Zugang zu Wasser, Gesundheit, Arbeit und Bildung. |
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Wasser ist Menschenrecht La CUCULMECA in Jinotega mischt sich gemeinsam mit der Landbevölkerung in Prozesse ein sowohl auf kommunaler als auch nationaler Ebene. In Nicaragua droht die Privatisierung der Wasserwirtschaft. Zur Zeit ist eine Neuauflage des Wassergesetzes in Arbeit, weil nach der bisherigen Gesetzeslage eine Privatisierung nicht durchsetzbar ist. La Cuculmeca arbeitet zusammen in einer Allianz mit anderen NGO´s und Basisgruppen an der Erarbeitung eines alternativen Entwurfs für das neue Gesetz . Wir unterstützen Cuculmeca bei ihrer Arbeit der politischen Mobilisierung und bei der Durchführung von Befragungen der Bevölkerung. |
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Geschlechterverhältnisse umwälzen Überall auf der Welt organisieren sich Frauen und kämpfen für ihre Rechte. Gesellschaftliche Veränderung beginnt im Kopf! Wir fördern Projekte, die Frauen gegen die Ungerechtigkeiten einer männer dominierten Gesellschaft wappnen und sie befähigen, sich aus Abhängigkeitsverhältnissen zu lösen und patriarchale Strukturen aufzubrechen. Familiäre Gewalt ist keine Privatangelegenheit: Das Landfrauenkommitee CMR in León und die Frauenorganisation FEM in Estelí unterhalten ein Programm zur Verteidigung der Rechte der Frau. In jeder teilnehmenden Gemeinde werden freiwillige „Verteidigerinnen“ ausgebildet, die als selbständige, der Polizei vorgeschaltete Instanz funktionieren und auf Misshandlungen jedweder Art reagieren. Ob nun für die Schlichtung eines Konflikts oder die Begleitung zur Anzeige bei der Polizei, sie fungieren als soziale Kontrollinstanz in der Gemeinde und helfen, Gewalt nicht stumm zu ertragen. Frauen können nicht alleine verantwortlich für die Veränderung von Geschlechterverhältnissen sein: ADIC , eine Vereinigung zur Gemeindeentwicklung, führt Fortbildungsreihen für Männer zu Geschlechtergerechtigkeit, Maskulinität und familiärer Gewalt durch. Ausgehend von der Idee, dass Männer nicht von Geburt an machistisch und gewalttätig sind, geben die Fortbildungen Raum zur Sensibilisierung und Reflexion von Verhaltensweisen: Was bedeutet es Mann zu sein? Gibt es neue, bessere Formen von Männlichkeit? Die Vereinigung der indigenen Mayangna-Frauen MYRAB in Bonanza entzieht sich der Fremdbestimmung, indem sie sich eigene ökonomische Grundlagen schafft. Dafür arbeiten die Frauen vor allem an Kleingewerbeprojekten im Bereich des Kunsthandwerks. Eine alte Kunsttechnik ihrer Vorfahren liefert ihnen den Schlüssel zum eigenen Kapital: Aus der Rinde eines kautschukähnlichen Baums gewinnen sie ein Material, aus dem sie Taschen, Wandbilder, Portemonnaies und andere Produkte herstellen.
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Jugend Macht Gesellschaft Das gesellschaftsverändernde Potenzial von Jugendlichen wird häufig unterschätzt, dabei liegt doch gerade in den Köpfen der jungen Generation die Zukunft einer Gesellschaft. Uns ist es wichtig, dass Jugendliche die Chance erhalten, ihre Rechte zu kennen und in der Lage sind, diese auch einzufordern. Der Fokus der Jugendarbeit unserer Partnerorganisationen liegt in der Unterstützung der Selbstorganisation; Jugendliche werden zum sozialen und politischen Akteur. Die Frauenorganisation 8 de Marzo unterhält ein Programm, in dem Jugendliche aus achtzehn armen Stadtteilen in Managua zu PromotorInnen ausgebildet werden. Hier arbeiten Jungen und Mädchen zusammen und führen nach dem Konzept „Jugendliche vermitteln an Jugendliche“ Bildungsworkshops in ihren Wohngegenden durch. Die wichtigsten Probleme für sie sind fehlende Zukunftsperspektiven, ungewollte Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten (AIDS u.a.) und die soziale Ausgrenzung vor allem der männlichen Jugendlichen. Weil sie in armen Stadtteilen leben wird ihnen häufig Mitgliedschaft in einer kriminellen Bande unterstellt. Und nicht nur Mädchen und Frauen leiden unter dem machismo, auch viele junge Männer wünschen sich einen anderen Umgang mit Sexualität, Partnerschaft und Familie. |
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