Über Tank und Tellerrand hinaus: Agrosprit und Landgrabbing in Nicaragua

agrosprit hand webDer Anstieg der Zuckerrohrproduktion hat aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Agrosprit aus den Ländern des globalen Südens fatale Folgen in Zentralamerika. Der Anbau schädigt sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Menschen. Insbesondere der Einsatz von Pestiziden führt zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Um große Flächen Zuckerrohr anbauen zu können, kaufen Großkonzerne immer mehr Land und entziehen den Kleinbäuer_innen somit die Subsistenzgrundlage.
Im Rahmen des Projekts zu Agrosprit und Landgrabbing bieten wir an, Vorträge und Workshops  zu diesem Thema in NRW durchzuführen.
 
Einführender Text mit Hintergrundinformationen zu Agrosprit und Landgrabbing
Bitte dem link folgen
 
Dieses Projekt wird gefördert durch logo sue-nrw farbig

Wahlprüfsteine über die Förderung von Kraftstoffen aus Energiepflanzen

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 22.September haben medico international und das Informationsbüro Nicaragua die im Bundestag vertretenen Parteien sowie die Piratenpartei gebeten, ihre jeweiligen Positionen in Hinblick auf die Förderung von Kraftstoffen aus Energiepflanzen (Agrokraftstoffe) und deren Import aus den Ländern des Globalen Südens darzulegen.

Die Antworten der Parteien sind auf der Seite tank-und-tellerrand dokumentiert.

 Zusammenfassung der Antworten

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Vorträge und Workshops

Do, 14.11.13, 19.30 Uhr: Bitterer Zucker - süßer Kaffee // Auswirkungen landwirtschaftlicher Produktion in Nicaragua
Zuckerrohrproduktion für Agrospritexport verursacht Krankheit und Tod
Als Verbraucher_innen konsumieren wir landwirtschaftliche Produkte und beeinflussen mit unserer Kaufentscheidung auch die Produktions- und Lebensbedingungen der Produzent_innen. Der weltweit boomende Agrospritsektor führte in Nicaragua zur Ausweitung und Intensivierung des Zuckerrohranbaus.
Tausende Arbeiter_innen sind inzwischen an der chronischen Niereninsuffizienz (IRC) erkrankt. Sie setzen sich gegen den enormen Einsatz an Pestiziden und die krankmachenden Arbeitsbedingungen zur Wehr, kämpfen um medizinische Behandlung, sowie Entschädigung.
Chancen für Bio-Kaffeebäuer_innen in genossenschaftlichen Organisationen
Als positives Beispiel ökologischen und fairen Wirtschaftens haben etliche Agenda- und Städtekaffees zahlreiche Abnehmer_innen in ihrer Region gefunden.
Heinz Reinke (Nicaragua-Forum Heidelberg) gibt einen Einblick in die Bedeutung der Bio-Kaffeeproduktion in Nicaragua und präsentiert Kleinbäuer_innen verschiedener Produzent_innengruppen. Es wird deutlich, wie sich die Lebensbedingungen der in Genossenschaften zusammengeschlossenen Produzent_innen verbessert haben und wo weitere Handlungsmöglichkeiten liegen.
Ort: Rathaus, 69493 Hirschberg-Leutershausen, Großsachsenerstr.
Weitere Informationen unter: tank-und-tellerrand.net
 
Fr, 15.11.13, 18.00 - 19.30 Uhr: Landgrabbing und Agrospritproduktion - auch ein Thema in Nicaragua?
Landgrabbing ist ein in den Medien häufig mit Afrika verbundenes Phänomen, bekannt dadurch, dass internationale Investeure zu Spekulationszwecken große Landflächen aufkaufen und die ansässigen Kleinbäuer_innen vertreiben mit Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung der örtlichen Bevölkerung. In welchen Formen vollzieht sich Landgrabbing aber auch in Nicaragua, und welche Interessen stehen dahinter?
An einem Fallbeispiel - der Zuckerrohrproduktion - wollen wir darstellen, welche Auswirkungen die Gewinninteressen von Pellas, der größten Unternehmerfamilie Nicaraguas, und der europäische Hunger nach Agrosprit auf die Gesundheit der Arbeiter_innen und die Ernährung der armen Bevölkerung haben. Anschließend diskutieren wir mögliche Aktionsformen.
Ort: VHS Erlangen (Großer Saal), Friedrichstr. 19
Flyer zur Veranstaltung
 

 
Sa, 24.8.13, 18.00 Uhr: Land im Ausverkauf - Landraub in Nicaragua
Klaus Heß vom Informationsbüro Nicaragua berichtet über den Ausverkauf der bäuerlichen Flächen in Nicaragua an Multis für Biosprit, Agroexporte, Bergbau, Tourismus sowie Plantagenwirtschaft und stellt die Kampagne 'Über Tank und Tellerrand hinaus' vor.
Ort: Straßenfest, An der Maarbrücke 28, Bochum
 
Do, 6.6. & Di, 11.6.13, jeweils 19.00 Uhr: Agrosprit und Landgrabbing am Beispiel Nicaragua
Die Agraringenieurin Tania Sosa vom Centro Humboldt aus Nicaragua sagt, dass Agrotreibstoffe in den lateinamerikanischen Erzeugerländern in ökologischer Hinsicht heute eher ein Teil des Problems als der Lösung geworden seien. Anhand von Fallstudien zum Zuckerrohranbau und zur Palma Africana (afrikanische Ölpalme) wird Tania Sosa am Beispiel Nicaragua über die Problematik der Monokulturen, die Exportorientierung in der Agrarpolitik und die sich daraus ergebenden gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen sprechen.
Ort: Do, 6.6. - Köln-Ehrenfeld, Allerweltshaus, Körnerstr. 77-79
       Di, 11.6. - Düsseldorf, ZAKK, Fichtenstr. 40
Flyer zur Veranstaltung
 
Fr, 17.5., 19.30 Uhr: Film "Schrei nach Land"
Der italienische Journalist Giorgio Trucchi zeigt seinen Film über die Bedrohung, Unterdrückung und Kämpfe der Kleinbäuer_innen und berichtet über Auswirkungen von Monokulturen, agroindustrieller Massenproduktion, das Engagement der Bauernorganisationen für den Erhalt ihres Landes, für Nahrungsmittelsicherheit und gegen die Vergiftung der Anbauflächen sowie über die Kriminalisierung des Widerstandes.
Ort: die börse, Wolkenburg 100, Wuppertal
Flyer zur Veranstaltung

Zusätzliche Informationen