Rundschreiben 2014 - editorial

Liebe Freund_innen und Genoss_innen,

am Ende des 1. Tun des 13. Baktun* wird deutlich, was die Zapatistas bei ihrer spektakulären Großmobilisierung am 21.12.2012, dem Beginn dieser neuen Ära, verkündeten: „Könnt ihr das hören? Es ist der Klang ihrer Welt, die zusammenbricht. Es ist die unsere, die wiederkehrt.”

Krise, Krise und noch mehr Krise; Repression, Repression und noch mehr Repression.... (hört ihr den Anfang?). Nur scheinbar zerreißen die Allianzen derer da oben. Doch wie immer ist es eine Lüge, der Wechselkurs von oben. Belogen werden die, die sie angeblich schützen wollen.

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"Was die Freiheit für die Zapatistas ist"

Die "Kleine Zapatistische Schule"

Am 21.12.2012, als die Medien den angeblich durch den „Maya-Kalender“ angekündigten „Weltuntergang“ ausschlachteten, überraschten uns die Zapatistas: An diesem Beginn eines neuen Kalender-Zyklus der indigenen  Gesellschaften Mittelamerikas besetzten fast 50.000 vor allem junge Zapatistas in völliger Stille die zentralen Plätze von fünf Provinzhauptstädten in Mexikos südlichstem Bundesstaat Chiapas – jene Städte, die die Guerilla-Truppen der indigenen sozialen Bewegung bei ihrem bewaffneten Aufstand 19 Jahre zuvor schon einmal kurzzeitig eingenommen hatten.

Einige Monate später präsentierten sie ihr Vorhaben der „Kleinen Zapatistischen Schule“ – eine logistische Meisterleistung: Sie luden Aktivist_innen aus Mexiko und der ganzen Welt ein, im August eine Woche lang in ihren Gemeinden ihre politische Praxis und ihre Lebensweise kennenzulernen. Wer nicht nach Chiapas kommen konnte, hatte die Möglichkeit per Live-Übertragung teilzunehmen. 1.500 Menschen folgten der Einladung, etwa ebenso viele verfolgten die Live-Videos per Internet. Auch zwei aus dem Infobüro nahmen teil: Einer in Chiapas, der  andere in Madrid, wo er gemeinsam mit spanischen Aktivist_innen die Übertragung verfolgte.

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"Es gibt ein größeres Bewusstsein und steigenden Mut, sich gegen den staatlichen Terror zu wehren"

Praktische Hilfe für von Repression betroffene Aktivist_innen in Mexiko

Im Dezember 2012 haben wir zusammen mit der Gruppe ¡Alerta! aus Düsseldorf zu Spenden für das Comité Cerezo aus Mexiko aufgerufen und sie mit Mitteln unseres Rechtshilfefonds unterstützt.

Die Menschenrechtsorganisation Comité Cerezo unterstützt politische Gefangene und hilft Aktivist_innen, die von staatlicher Repression und Gewalt betroffen sind. Außerdem gibt sie für Aktive in den sozialen Bewegungen Workshops zu Menschenrechten und zu Selbstschutzmaßnahmen. Für ihre mutige und wichtige Arbeit erhielten sie bereits zahlreiche Morddrohungen. 2012 wurden sie für ihren Einsatz mit dem Aachener Friedenspreis geehrt.

Im Sommer konnten wir das Geld bei einem Besuch persönlich übergeben und nutzten die Gelegenheit, Antonio vom Comité ein paar Fragen zu stellen.

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Unser Kampf um die Befreiung vom Elend der Slums geht weiter

Mitglieder unserer Bewegung der Hüttenbewohner_innen sind Misshandlung und Mord ausgesetzt. Aber wir werden nicht zulassen, dass unsere Städte zu Geldautomaten für die Reichen werden.

von S‘buZikode, Ehrenpräsident der Bewegung der Hüttenbewohner_innen, AbahlalibaseMjondolo, Durban, Südafrika

Wir freuen uns, dass S´buZikode uns für dieses Rundschreiben einen Artikel zur Verfügung stellt, in dem er seine Organisation, ihren hartnäckigen Kampf für würdiges Wohnen und ihren Konflikt mit der Regierung schildert. Der folgende Artikel ist am 11.November im Guardian erschienen; wir haben ihn leicht überarbeitet und in gekürzter  Form aus dem Englischen übersetzt.

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"Wir bauen an einem Traum"

- 5 Jahre ADINJA

Die Basisorganisation für Kinder und Jugendliche ADINJA (Asociación para el Desarrollo Integral para la Niñez y la Adolescencia) wurde im Frühjahr 2008 von Jugendlichen aus 24 Dörfern der Gemeinden Camoapa und Boaco (Bezirk Boaco)1 gegründet. Die Gründungsmitglieder haben damals an einem Projekt der spanischen Nichtregierungsorganisation (NRO) Ayuda en Accion teilgenommen und waren empört über deren hegemoniale Strukturen, weshalb sie sich zusammengeschlossen und eine eigene Basisbewegung gegründet haben. Der Theaterdramaturg, Gerardo del Socorro Molinares, hatte das paternalistische Verhalten der NRO mit verfolgt und die Jugendlichen gefragt, ob sie nicht bei einem seiner Jugendtheaterstücke mitspielen möchten. So kamen die Mitglieder das erste Mal in Kontakt mit dem Theater und nutzten das neue Wissen für die Gründung von ADINJA.

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Von der Machete zur Spitzhacke

Soli-Brigade baut in zwei Gemeinden Nicaraguas

Nach drei Vorbereitungswochenenden in Deutschland trafen sich zwölf Brigadistas Anfang August in Matagalpa. Geplant war, drei Wochen lang in der Gemeinde Pancasan mit der Partnerorganisation Movimiento Comunal Nicaragüense Matagalpa (MCM) ein casa comunal, ein Gemeindeaktionszentrum zu errichten. Doch das anvisierte Grundstück hatte kurz zuvor eine allein erziehende Mutter von der Gemeinde bekommen. Janett Castillo vom MCM reagierte schnell und unkompliziert – den enttäuschten Brigadistas präsentierte sie mehrere Alternativen.

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Zwei Monster und das Dreieck des Bösen

Interview-Reise der Brigade zum Thema Geschlechterverhältnisse

„Es ist nur ein wenig voran gegangen, aber wir kämpfen weiter.“ Klare Worte gleich zu Beginn der zweiwöchigen Interviewreise der Brigade mit Start in Matagalpa. Blanca Herrera González, die Koordinatorin von der Vereinigung  für integrale kommunale Entwicklung ADIC, fasste so die aktuelle politische Situation in Nicaragua anschaulich zusammen. „Wir haben zwei große Monster in Nicaragua, die uns festhalten – das Patriarchat und die Religion“, ergänzte Maria Teresa Castilblanco. Teresa sieht in diesen Monstern die Hauptfeinde gegen ihre jahrelange Arbeit für die Rechte und die Gleichberechtigung der Frauen. Das größte Problem der Frauen in Nicaragua sei die Gewalt, meint Blanca. Diese sei das Produkt des vorherrschenden Patriarchats und des Machismo. Und die Straflosigkeit der Täter ist weiterhin verbreitet.

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"Ich bin das Schlimmste, was der Gruppe Pellas passieren kann"

Besuch im Protestcamp der Zuckerrohrarbeiter_innen

Es ist zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes Managuas geworden: das Protestcamp der Zuckerrohrarbeiter_innen von Asociación Nicaragüense de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica (ANAIRC). Seit vier Jahren besetzen sie einen Grünstreifen neben einer der Hauptverkehrsstraßen im Zentrum der Stadt. Sie kommen aus Chichigalpa im Norden Nicaraguas und arbeiteten dort für das Zuckerrohrunternehmen San Antonio von der Pellas-Gruppe – eine der reichsten Familien Nicaraguas. Auf Grund von Pestizid-Einsätzen und mangelnder Schutzkleidung erkranken viele Arbeiter_innen an Niereninsuffizienz (IRC). Auch ihre Familien sind betroffen, da das Grundwasser ebenfalls vergiftet ist.

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