Das Informationsbüro Nicaragua e.V. hat in den vielen Jahren seiner Arbeit in Nicaragua gute und intensive Beziehungen mit einem bunten Fächer lokaler Partnerorganisationen aufbauen können und im Verlauf seiner 30 jährigen Fördergeschichte eine Menge gelernt.
Zu Beginn der 90er Jahre rückten wir von der traditionellen Förderung sandinistischer Massenorganisationen im Gewerkschafts-, Frauen- bzw. Landbereich ab und gingen über zur Projektarbeit mit kleinen Initiativen und Organisationen. Dies ergab sich einmal naturwüchsig mit dem Zerfall homogener sandinistisch orientierter Verbände, hatte aber auch mit unserer Kritik an hierarchischen und patriarchalen Großorganisationen zu tun. Ernst machen wollten wir damit aber auch mit der Kritik am Entwicklungsdenken, indem wir statt der -von außen aufgedrängten und gesteuerten- Entwicklungshilfe den Austausch und die Beziehung zu konkreten Menschen in den Vordergrund stellten.

Nach einer Neuausrichtung unserer Projektpolitik unterstützen wir seit 2009 nicaraguanische soziale Basisbewegungen und Nichtregierungsorganisationen darin, thematische politische Kampagnen, Bildungs-, Organisations- und Öffentlichkeitsarbeit für demokratische und partizipative Rechte und Selbstorganisation voranzubringen. Damit sind wir auch davon abgerückt, klassiche “Entwicklungsmaßnahmen” wie Landkauf, Zuschüsse zu Kreditsystemen und Rotationsfonds zu fördern; unter anderem weil unsere geringen finanziellen Mittel in diesem Bereich nur eine verhältnismäßig bescheidene Wirkung erreichen können, während in der politischen Bildungs- und Organisationsarbeit auch mit wenigen Geldern Beachtliches auf die Beine gestellt wird.

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